Dermale dendritische Zelle

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

CD1c+DC; DDCs; dendritische Zelle; Dendritische Zelle dermale; dermal dendrocytes; Human skin dendritic cells; Myeloide dendritische Zelle

Definition

Als Bindeglied zwischen der angeborenen und der erworbenen (adaptiven)Immunität, nehmen dendritische Zellen als professionell Antigen-präsentierende Zellen eine herausragende Position im Immunsystem ein.

Dermale dendritische Zellen  (DDC), auch myeloide dendritische Zellen benannt, sind bevorzugt um den dermalen Gefäßplexus lokalisiert. Sie sind durch einen gelappten Kern sowie durch ein unregelmäßig konfiguriertes Zytoplasma gekennzeichnet. Dendritische Aufzweigungen wie für die epidermalen Langerhans-Zellen charakteristisch, fehlen bei dieser dendritischen Subspezies. Ebenso fehlen die für die Langerhans-Zellen typischen Birbeck-Granula. Die wesentliche Aufgabe der DDCs ist die Stimulation naiver T-Zellen. 

Allgemeine Information

Dermale (myeloide) dendritische Zellen exprimieren im Gegensatz zu plasmazytoiden dendritischen Zellen, CD11c und CD33 sowie größere Mengen an MHC II, nicht jedoch CD123. Der charakteristischste Marker für DDCs ist der Marker CD1c (BDCA1). Hingegen ist das auf Langerhans-Zellen stark exprimierte CD1a nur schwach  vertreten.    

Dermale (myeloide) dendritische Zellen sind je nach Art der antigenen Stimulierung potente Produzenten von TNF-alpha und Interleukin-12 oder Interleukin-23 (Hoene V et al. 2006).

Ursprünglich wurde angenommen, dass myeloide dendritische Zellen bevorzugt Th1-orientierte Immunantworten induzieren und dass im Gegensatz dazu durch plasmazytoide dendritische Zellen bevorzugt Th2-orientierte Immunantworten induziert werden (Hoene V et al. 2006).  DDCs sind mit einem großen Spektrum an PPRs (Pattern Recognition Receptors) ausgestattet. Dies spielt für transdermal ablaufende Abwehrfunktionen von Pathogenen (Allergene, mikrobielle Pathogene) eine wesentliche Rolle (Lee CH et al. 2015; Hirai KE et al. 2016).  Das TLR- (Toll-like-Rezeptor) Spektrum dermaler (myeloider) dendritischer Zellen umfasst die eine breite Expression von  Toll-like-RezeptorenTLR-1, -2, -3, -4, -5, -6, -7, -8 und TLR-10. Weiterhin werden Lektine und der Mannose-Rezeptor (CD206) exprimiert.    

Hinweis(e)

Ursprünglich wurde angenommen, dass myeloide dendritische Zellen bevorzugt Th1-orientierte Immunantworten induzieren und dass im Gegensatz dazu durch plasmazytoide dendritische Zellen bevorzugt Th2-orientierte Immunantworten induziert werden (Hoene V et al. 2006). Inzwischen weiß man, dass DDCs je nach Art und Struktur des induzierenden Stimulus entweder IL-12 oder  IL-23 produzieren. Es werden entweder Typ 1- oder Typ 17-akzentuierte T-Zell-Reaktionen induziert.

Pigmentinkontinenz und DDCs: Bisher wurde die Meinung vertreten, dass das dermale Melanin, das bei lichenoiden entzündlichen Dermatosen dermal auftritt ausschließlich durch Makophagen (Melanophagen) aufgenommen wird. Tatsächlich erfolgt der Melanin-Uptake auch durch dermale dendritische Zellen. Diese beantworten diesen Uptake mit  einer gesteigerten Expression der Chemokine MIP-1beta (CCL4) and MCP-1 (CCL2) (Müller M et al.2013).

Literatur
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  1. Hoene V et al. (2006) Human monocyte-derived dendritic cells express TLR9 and react directly to the CpG-A Oligonucleotide D19. J Leukoc Biol 80:1328-1336.
  2. Hirai KE et al. (2016) Langerhans cells (CD1a and CD207), dermal dendrocytes (FXIIIa) and plasmacytoid dendritic cells (CD123) in skin lesions of leprosy patients. Microb Pathog 91:18-25. 
  3. Lee CH et al. (2015)  Dermal dendritic cells, but not Langerhans cells, are critical in murine single epicutaneous sensitization. Exp Dermatol 24:67-69.
  4. Bacci S et al. (2014) Immunohistochemical analysis of dendritic cells in skin lesions: correlations with survival time. Forensic Sci Int 244:179-185.
  5. Flacher V et al. (2014) Murine Langerin+ dermal dendritic cells prime CD8+ T cells while Langerhans cells induce cross-tolerance. EMBO Mol Med 6:1191-1204.
  6. Müller M et al. (2013)  Alterations in the secretory pattern of dermal dendritic cells following melanin uptake. Cell Tissue Res 352:599 610. 
  7. Rothenfusser S et al. (2002) Plasmacytoid dendritic cells: the key to CpG. Hum Immunol 63:1111-1119.  
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Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017