CCL13

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Chemokine (C-C Motif) Ligand 13; CKb10; CK-Beta-10; CL13; MCP-4; MGC17134.; Monocyte Chemoattractant Protein 4; Monocyte Chemotactic Protein 4; NCC1; NCC-1; SCYA13; SCYL1; Small inducible cytokine A13; Small-Inducible Cytokine A13; Small Inducible Cytokine Subfamily A (Cys-Cys) Member 13

Definition

Chemokine, eine Untergruppe der Zytokine, sind kleine (Größe zwischen 8 und 10 kDa), chemotaktisch wirksame Proteine (Signalproteine). Sie sind bei allen Vertebraten, bei einigen Virusarten und Bakterien verbreitet. Beim Menschen sind derzeit etwa 50 Chemokine bekannt.  Ein stark konserviertes Strukturmerkmal aller Chemokine ist eine fixe Gruppe von Cysteinresten, die über 1 oder 2 Disulfidbrücken stabilisiert wird.  Diese strukturelle Schlüsselstellung im Molekül ist für ihre fixe 3-dimensionale Struktur verantwortlich.

Bei den CC-Chemokinen folgen die Cysteine direkt aufeinander, bei den CXC-Chemokinen sind sie  (CC = Akronym für Cystein-Cystein) durch 1, bei den CXXXC-Chemokinen durch  3 andere Aminosäure getrennt. Chemokine werden von einer Vielzahl von Immunzellen produziert und sezerniert. Sie vermitteln ihre Signale über Bindung an Chemokin-Rezeptoren via G-Proteine. Einige Chemokine wirken proinflammatorisch, andere wirken regulativ bei Entstehung, Homöostase oder Proliferation von Geweben.

CCL13 (englisch CC-chemokine ligand 13) ist ein nicht glykolysiertes, 8.6 kDa Polypeptid, ein Zytokin aus der Familie der CC-Chemokine. Das CCL13 Gen (MCP-4 gene) ist beim Menschen auf dem Chromosom 17 lokalisiert, zusammen mit einer größeren Gruppe weiterer C-C-Chemokinen.

CCL13 ist an zahlreichen Entzündungsprozessen beteiligt. Es ist somit Zielobjekt explorativer und therapeutischer Ansätze. Das Chemokin wirkt chemotaktisch auf Monozyten, eosinophile und basophile Granulozyten (nicht jedoch auf neutrophile Granulozyten) sowie auf T Lymphozyten und unreife dendritische Zellen (Mendez-Enriquez E et al. 2013).  CCL13 bindet an die  G-Protein-gekoppelten Chemokin-Rezeptoren CCR2, CCR3 und CCR5.  Das Chemokin wird durch die Zytokine Interleukin-1 und TNF-alpha induziert. 

Vorkommen

CCL13 wird bei der Osteoarthritis des Knies sowohl im Serum als auch in der Synovialflüssigkeit  vermehrt gebildet, und kann als Aktivitätsmarker dienen. Bei der rheumatoiden Arthritis  konnte nachgewiesen werden, dass das für CCL13 kodierende Gen „MCP-4/CCL13“  in Chondrozyten signifikant erhöht ist.

Das Serum CCL13 ist erhöht bei Patienten mit systemischer Sklerodermie, aber nicht bei Patienten mit systemischem  Lupus erythematodes, Dermatomyositis  oder bei Patienten mit atopischem Ekzem.

Bei der allergischen Rhinitis sind die Chemokine CCL13 und Eotaxin-3 im Nasensekret  um ein Mehrfaches erhöht. Hingegen fanden sich die Interleukine- 4 und IL-10 signifikant erniedrigt (auch im Vergleich zu gesunden Probanden). Weiterhin ist CCL13 ist an der Pathogenese des Asthma bronchiale beteiligt.

CCL13 scheint eine Bedeutung für die Invasion von Monozyten in die Gefäßwand bei Arteriosklerose zu haben. 

Literatur
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  1. Baumann R et al. (2013) Comparison of the nasal release of IL-4, IL-10, IL-17, CCL13/MCP-4, and CCL26/eotaxin-3 in allergic rhinitis during season and after allergen challenge. Am J Rhinol Allergy 27:266-272.
  2. Gao F et al. (2015) Association of CCL13 levels in serum and synovial fluid with the radiographic severity of knee osteoarthritis. J Investig  Med 63:545-547.
  3. Iwamoto T et al. (2006) Monocyte chemoattractant protein-4 (MCP-4)/CCL13 is highly expressed  in cartilage from patients with rheumatoid arthritis. Rheumatology (Oxford) 45:421-424.
  4. Mendez-Enriquez E et al. (2013) The multiple faces of CCL13 in immunity and inflammation. Inflammopharmacology 21:397-406. Yanaba K et al. (2010) CCL13 is a promising diagnostic marker for systemic sclerosis. Br J Dermatol 162:332-336.

Verweisende Artikel (1)

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