Arnika

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Arnica chamissionis; Arnica montana; Bergwohlverleih; Berg-Wohlverleih; Chamisso-Wohlverleih; Maguire; Wiesenarnika; Wohlverleih

Definition

Zu den Korbblütlern (Compositae) gehörende Pflanze. Arnika steht in einigen Ländern unter Naturschutz. Inhaltsstoffe der aus Arnica montana gewonnen ätherischen Öle sind Fettäuren (50%), Terpenkohlenwasserstoffe z.B. Azulen (12%), Paraffine, Thymol und versch. Thymolderivate. Weiterhin Flavonoide, Cumarine, Kaffeesäure, Phytomelane, Sesquiterpenlactone.

Vorkommen

In Europa vor allem in den Mittel- und Hochgebirgen (bis 2800m) sowie auch im westlichen Nordamerika vorkommend.

Anwendungsgebiet/Verwendung

Arnika ist ein altes Hausmittel, seit dem 16. Jahrhundert in Europa verwendet, seit dem 18. Jahrhundert auch in die Schulmedizin übernommen. Heute verzeichnet die "Rote Liste" viele Fertigpräparate, die Arnika allein oder in Kombination mit anderen enthalten.

Arnica chamissonis und Arnica montana sind nach DAB9  offizinelle Stammpflanzen für Arnikablüten (Arnicae flos) aus der auch Tinctura  arnicae extrahiert wird. Ebenso wird Radix arnicae (off. ÖAB90) aus den Wurzeln dieser Arten gewonnen.

Die Beliebtheit von Arnikapräparaten als "alte Hausmittel" nimmt in jüngster Zeit wieder zu. Die Verwendung erstreckt sich auf Hygieneartikel, Kosmetika, Liköre (Kräuterbitter), Shampoos, Badezusätze, Seifen, Massageöle, Heilsalben, Wundtücher zur Fuß- und Mundpflege. Am weitesten verbreitet ist wohl der Einsatz von Arnikatinktur (Tinctura arnica) bei leichten Verletzungen und Verstauchungen in Kompressen und Umschlägen (Sportmedizin). 

Unerwünschte Wirkungen

Bekannte Allergene: Sesquiterpenlaktone wie Xanthalongin, Helenalin, Carabron sowie  weitere, noch nicht experimentell untersuchte Substanzen dieser Gruppe, müssen als potentielle Kontaktallergene angesehen werden.

Sensibilisierungspotenz: Stark. Die experimentelle Sensibilisierung ergab sowohl mit den Wildpflanzen als auch mit dem handelsüblichen Drogenmaterial sowie den einzelnen isolierten Sesquiterpenlaktonen ein starkes Sensibilisierungsvermögen.

Sensibilisierungshäufigkeit: Im Vergleich zu anderen Pflanzen tritt die Arnikaallergie aufgrund ihrer vielseitigen Verwendung relativ häufig auf. Arnika gehört innerhalb der Kompositenfamilie zu den wichtigsten Kontaktallergie induzierenden Arten. Nicht nur bei Personen, die die Pflanzen züchten, ernten, extrahieren und aufarbeiten (berufsbedingt), sondern vor allem bei Individuen, die Arnikatinkturen und andere arnikahaltige Externa benutzen, kommt es zu einer Sensibilisierung.

Bei unsachgemäßer Anwendung (nicht herabverdünnt) kommt es zunächst zu einer irritativen Reaktion mit Blasenbildung, aus der anschließend eine Sensibilisierung resultiert.

Kreuzreaktionen mit anderen Kompositen inbes. Rainfarn, Schafgarbe, Chrysanthemen, Mutterkraut und Sonnenblumen werden beobachtet. Weiterhin können Kreuzreaktionen mit anderen Pflanzenarten auftreten (z.B. Lorbeer und Magnolien) die ebenfalls Sesquiterterpenlactone enthalten.

Handelsnamen

ABC Wärme-Pflaster N®, Arnica Kneipp® Salbe, Arnikamill® Wund- und Heilsalbe, Artosenex® N Salbe, Cesrasanol®, Combudoron® Gelee, Derma-loges® N Wund- und Heilsalbe, Dolo-cyl® Öl - Muskel- und Gelenköl, Dr. Klinger´s Magentee, Essaven® Sportgel, Guttacor-Balsam® N, Hocura®-Spondylose Salbe, Palatol® Salbe N, Phönix Kalophön-Salbe, Species-Sklero-Diabeticum, Tauma-cyl-Salbe, Varicylum® S Salbe, Zeel® T Salbe

Hinweis(e)

Zur Epikutantestung werden entweder Arnikatinktur 1:10 verdünnt, oder Arnika-Kurzetherextrakt 0,5% in Vaseline angewendet.

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Arberer W (2008) Kontaktallergie und Arzneipflanzen. JDDG 6: 15-24
  2. Mitchell JC et al. (1979) Botanical Dermatology. Vancouver, Greengrass

Verweisende Artikel (3)

Arnica montana; Bergwohlverleih; Maguire;
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