Antihistaminika, H1-Antagonisten

Zuletzt aktualisiert am: 09.05.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Alle Autoren

Synonym(e)

H1-Antagonisten

Definition

Substanzen, die H1-Rezeptoren hemmen. Es werden unterschieden:

Wirkungen

Kompetitive Hemmung der H1-Rezeptoren, Diaminooxydase-Hemmung, Hemmung des Kaliumaustritts aus den Zellen. Es kommt zu einer Hemmung der histaminvermittelten Wirkungen wie Vasodilatation, gesteigerte Gefäßpermeabilität über Hemmung der Freisetzung von proinflammatorischenZytokinen wie IL-4, IL-6, Il-8,IL-13 aus Mastzellen sowie der Expression des Adhäsionsmoleküls P-Selektin aus Endothelzellen. 

Indikation

Allergische Reaktionen, Pruritus, atopisches Ekzem, Rhinitis allergica, Asthma bronchiale.

Unerwünschte Wirkungen

Sedierung (Fahrunfähigkeit!), Mundtrockenheit (durch anticholinerge Wirkung), Magen-Darm-Störungen, zentralnervöse Störungen. Nicht gesichert ist die fotosensibilisierende Potenz der neueren nicht-sedierenden Antihistaminika.

Wechselwirkungen

Zentraldämpfende Pharmaka, Alkohol (Wirkungsverstärkung).

Kontraindikation

Schwangerschaft, Kleinkinder, Blasenhalsadenom.

Hinweis(e)

Zu empfehlen ist bei allen Patienten vor Beginn einer antihistaminergen Therapie eine Risikoabschätzung nach den Vorgaben des CONGA-Reports (Akronym für Consensus Group on New-Generation Antihistamines):
  • Besteht bereits irgendeine Form von Herzerkrankung? Wenn ja, sollte ein Antihistaminikum mit geringer oder keiner Interaktion mit den kardialen Kalium-Kanälen gewählt werden.
  • Besteht eine Ko-Medikation mit folgenden Präparaten: Makrolide, Opiate, Imidazole, Psychopharmaka, Anti-Malaria-Mittel? Wenn ja, sollte eine genaue Reevaluation der Medikation vorgenommen werden und die Kombination von QT-Zeit verlängernden Präparaten vorsichtig und nur bei strenger Indikation vorgenommen werden.
  • Bestehen andere Riskofaktoren wie Lebererkrankungen, Elektrolytverschiebungen, spezielle kaliumreiche Diäten? Wenn ja, Behandlung der Grunderkrankungen und strenge Indikationssteluung für die Verschreibung des Antihistaminikums.

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  • Netzwerk aktuell (2006) Fotosensibilisierung durch Antihistimanika. Arznei-Telegramm 37: 60
Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 09.05.2018