Talgdrüsenhyperplasie diffuse präsenile
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Talgdrüsenhyperplasie diffuse präsenileD23.L

Definition

Seboglanduläre Proliferationsstörung mit Bildung 2–5 mm großer, gelber Papeln und Seborrhoe.

Manifestation

Im jüngeren bis mittleren Lebensalter auftretend, fast ausschließlich bei Männern. Auch bei Organtransplantierten unter Immunsuppression mit Ciclosporin A auftretend.

Lokalisation

Gesicht, Hals, oberer Thorax.

Klinisches Bild

Vereinzelt stehende oder disseminierte Aussaat dicht aggregierter, benigner, 2-5 mm großer, hautfarbener oder gelblich-rötlicher, zentral leicht eingedellter Papeln. Seborrhoea oleosa.

Differentialdiagnose

 Senile Talgdrüsenhyperplasie; funktionelle familiäre Talgdrüsenhyperplasie.

Externe Therapie

Langfristige Therapie mit tretinoinhaltigen Externa (z.B. Cordes VAS Creme oder Gel, z.B. Airol Lösung 0,05%).

Interne Therapie

In ausgedehnten Fällen ggf. Isotretinoin (z.B. Isotretinoin-ratiopharm; Aknenormin). Initial sebosuppressive Dosis von 0,5 mg/kg KG/Tag, später Reduktion auf 0,3-0,1 mg/kg KG/Tag. Eine Erhaltungsdosis von 20 mg/Tag ist meist ausreichend.

 Cave! Antikonzeption bei Frauen im gebärfähigen Alter; regelmäßige Laborkontrollen!

Operative Therapie

Elektrokauterisierung mit spitzer Nadel, Laser-Therapie (Erbium-YAG-Laser, CO2-Laser) oder Kryochirurgie.

Prophylaxe

Konsequenter Lichtschutz mit textilen sowie chemisch/physikalischen Lichtschutzmitteln (z.B. Anthelios).

Literatur

  1. Kaufmann R (1987) Diffuse (präsenile) Talgdrüsenhyperplasie, eine neue Entität? Hautarzt 38: 31–35
  2. Zouboulis C et al. (2003) Ciclosporin A - induced sebaceous glands hyperplasia. Br J Dermatol 149: 198-200